Kreditkarten, Überweisung und Co.: Trendthema bargeldlose Welt

Kreditkarten, Überweisung und Co.: Trendthema bargeldlose Welt

Bargeld war gestern: Im Durchschnitt betrug der Umsatz von bargeldlosen Zahlungen außerhalb der Banken in Deutschland allein in den vergangenen drei Jahren 54.173 Milliarden Euro. Zwischen 1995 und 2015 stieg die Zahl der Kreditkartenverträge um rund 60 Prozent. Eine höhere Sicherheit kann einer der Gründe sein: Die Zahl der polizeilich gemeldeten Kreditkartenbetrugsdelikte sank laut dem Statistikportal Statista um rund 50 Prozent.

Auch international steigt die Bedeutung des bargeldlosen Zahlungsverkehrs und die Tendenz geht in Zukunft zu steigenden Zahlen, weltweit um insgesamt 10,9 Prozent. Internationaler Vorreiter sind die asiatischen Länder. Hier nahmen bargeldlose Transaktionen zwischen 2015 und 2016 um 28,6 Prozent zu, bis 2020 werden sie um circa 30 Prozent steigen. Allein in China dürften in den kommenden fünf Jahren 36,5 Prozent mehr Zahlungen bargeldlos erfolgen. Auch Indien ist vorne: Um 26,2 Prozent sollen entsprechende Transaktionen zunehmen.

Luft nach oben in Nordamerika

Nordamerika bleibt dagegen hinter den Erwartungen zurück. Digitale Zahlungen steigen dort zwar an, von 2015 bis 2016 jedoch nur um 4,4 Prozent, bis 2020 voraussichtlich um 4,3 Prozent. Hier ist deutlich noch Luft nach oben. Das haben auch die US-amerikanischen Finanzdienstleister verstanden. Maßnahmen zur Kundenbindung sollen ausgebaut werden und eine gezielte Marketingkampagne den bargeldlosen Zahlungsverkehr in den kommenden Jahren enorm steigern. Ein Blick nach Südamerika zeigt, dass diese Maßnahmen ankommen. Digitale Zahlungen ziehen auf dem ganzen Kontinent stark an, allen voran in Brasilien, wo 7,3 Prozent mehr Transaktionen zu verzeichnen sind. Europa bleibt stabil. Von 2015 bis 2016 stiegen die digitalen Zahlungen um 6,5 Prozent an und das wird sich bis zum Jahr 2020 voraussichtlich auch nicht verändern.


Vorreiter Skandinavien

In der Zukunft werden einzelne Länder immer bargeldloser: Die skandinavischen Länder sind Vorreiter in Europa. In Schweden werden bereits heute 80 Prozent aller Geldtransaktionen bargeldlos abgewickelt, in Dänemark 75 Prozent. Und beide Länder planen bereits, das Bargeld vollständig abzuschaffen. Deutschland dürfte davon weniger erfreut sein. Hier sieht die Lage nämlich genau umgekehrt aus: Mit 79 Prozent ist Bargeld hierzulande das beliebteste Zahlungsmittel, vor allem bei kleinen Beträgen bis zu 14 Euro. Mit EC-Karte zahlt man hier im Durchschnitt Rechnungen von rund 30, mit Kreditkarte von 59 Euro.

 


Die Zukunft der bargeldlosen Welt

Wie können bargeldlose Zahlungen in Zukunft abgewickelt werden? Neue Technologien sollen den Zahlungsverkehr erleichtern und Banken sowie Zahlungsdienstleister wie Paypal oder Alipay treiben Innovationen für entsprechende Transaktionen voran. So forscht man an RFID-Chips, die unter die Haut transplantiert werden oder an Fingerpayments. Mobile Wallets gibt es bereits heute und sie verbreiten sich immer stärker, ebenso wie kostenlose Kreditkarten, die bargeldloses Zahlen für viele attraktiv machen. Bargeldtransaktionen sind für die Banken kostspielig und verschlingen hohe Verwaltungskosten. Mit bargeldlosen Zahlungen dagegen verdienen sie: So zahlt der Handel im Durchschnitt 1,25 Prozent der jeweiligen Verkaufssumme an Banken und Kreditkarteninstitute. Klassische Kredite und Vergleiche im Internet bei Anbietern wie smava wird es jedoch weiterhin geben.

Sorgen und Chancen

Digitale Finanztransaktionen schüren allerdings auch Ängste, etwa Opfer vor Datenmissbrauch, digitaler Kriminalität und schlicht davor, bei Verlust der Kreditkarte kein Zahlungsmittel mehr zur Verfügung zu haben. Dabei überwiegen jedoch die guten Seiten: Kreditkarten und Co. sind effiziente Zahlungsmittel, die sich gut nachverfolgen lassen und so Terror, Geldwäsche oder Schwarzarbeit Einhalt gebieten können.